Panama Papers Untersuchungsausschuss

Panama-Papers Untersuchungsausschuss: Europäische Regierungen waren Gehilfen von Steuervermeidern. 
Europaparlament fordert Kehrtwende beim Kampf gegen Steuerdumping und Geldwäsche.


Das Plenum des Europäischen Parlaments hat heute mit breiter Mehrheit den Abschlussbericht sowie die Empfehlungen 
des Untersuchungsausschusses für Geldwäsche, Steuervermeidung und Steuerbetrug (PANA) angenommen. 
Im Abschlussbericht werfen die Abgeordneten den Mitgliedstaaten schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung von Geldwäsche, 
Steuervermeidung und Steuerhinterziehung vor. In den Empfehlungen fordern die Abgeordneten die Europäische Kommission 
und die Mitgliedstaaten zu Gesetzesänderungen, neuen Initiativen für mehr Transparenz und der Durchsetzung bestehender 
Gesetze auf. Der Bericht enthält zahlreiche grüne Vorschläge. Während der heutigen Abstimmung stimmten Konservative und 
Liberalen mit Hilfe von Europaskeptikern einige zentrale Empfehlungen aus dem Abschlussbericht.

Sven Giegold, Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im PANAMA-Untersuchungsausschuss:

"Europäische Regierungen haben jahrzehntelang Steuervermeidern und Geldwäschern als Gehilfen zur Seite gestanden. 
Der Untersuchungsausschuss hat den Regierungen die Leviten gelesen. Steuervermeidung und Geldwäsche sind zu einer 
Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa geworden. Jede Regierung, die ihre schützende Hand über 
Geldwäsche, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung hält, verletzt in höchstem Maße ihre gesellschaftliche Verantwortung. 
EU-Länder haben kriminelle Geschäfte gedeckt und vielfach EU-Recht verletzt. Die Regierungen müssen zur Rechenschaft gezogen 
werden, ihre Gesetze endlich wasserdicht machen und den Sumpf von Geldwäsche und Steuervermeidung trocken legen.

Der Bericht ist ein Aktionsplan gegen Steuerdumping und Geldwäsche. Wir sollten nicht auf weitere Steuerskandale warten, 
sondern müssen jetzt handeln. Die Europäische Union darf nicht länger Geldwäsche und Steuerbetrug befördern. Steuerberater, 
Wirtschaftsprüfer und Anwälte müssen unabhängig beaufsichtigt werden. Das Verfahren der EU für die Erstellung der schwarzen 
Liste von Steueroasen muss transparent sein und objektiven Kriterien folgen. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass 
Unternehmensgewinne die EU unversteuert verlassen. Wir brauchen eine öffentliche länderbezogene Finanzberichterstattung großer 
Firmen. Die Kommission muss im Bereich der Steuergesetzgebung Vorschläge nach dem Mehrheitsverfahren gemäß Artikel 116 vorlegen, 
um die Blockade der Mitgliedstaaten im Rat zu überwinden.

Das Versagen der Regierungen ist so frappierend, dass wir eine Europäische Geldwäschebehörde brauchen. 
Eine Europäische Geldwäschebehörde sollte permanent den Diebstahl am Gemeinwohl aufdecken. Zudem muss das Europaparlament nun 
einen ständigen Untersuchungsausschuss nach amerikanischem Vorbild auf den Weg bringen. So können wir das Europaparlament bei 
der Aufklärung von Missständen dauerhaft stärken. Gleichzeitig fordern wir die sofortige Einrichtung eines neuen Sonderausschusses, 
um die Paradise-Papers zu untersuchen und den Druck bei Steuerdumping und Geldwäsche aufrecht zu halten.

Es ist beschämend, dass eine Mehrheit aus Konservativen und Liberalen mit Hilfe von Europaskeptikern weitergehende Forderungen 
verhindert hat: Wer Geschäfte mit Steueroasen macht, sollte bei der Vergabe öffentlicher Aufträge außen vor bleiben und wir 
brauchen einen Mindeststeuersatz auf Unternehmensgewinne in der EU. Angesichts der guten Zusammenarbeit über Parteigrenzen in 
diesem Themenfeld hinweg ist das besonders bedauerlich."

Hintergrund und wichtigste Grüne Erfolge:
http://bit.ly/2AjdjCP


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Sven Giegold, MdEP

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