Sitzungsbericht der Ausschusssitzung Bau, Planung und Umwelt 23.09.2020

Als Konsequenz zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ haben Bündnis 90/Die Grünen im August 2019 den Antrag „Maßnahmen zum Artenschutz“ eingereicht. Im März stand er bereits auf der Tagesordnung zur Behandlung im Marktgemeinderat. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde unser Antrag jedoch in den Planungsausschuss verwiesen. Am 23.9.2020 war es nun soweit und hier die Ergebnisse:

  1. Die Straßenbeleuchtung in der Bayerstraße in dem Bereich, in dem kein Gehweg ist, in der Nacht zur Reduzierung der Lichtverschmutzung und Energieeinsparung :
    Die Beleuchtung wurde in der jüngsten Vergangenheit auf LED umgerüstet. Die Technik gibt eine Abschaltung der Straßenbeleuchtung auf nur einer Straßenseite nicht her. Eine Nachrüstung kostet lt. Herrn Giampa 45.000 Euro. Mehrheitlich sprach sich der Ausschuss für die Herauslösung dieses Punktes aus unserem Antrag aus.
  2. Auf Kauferinger Flur auf der Landsberger Platte zusammen mit den Landwirten mindestens einen weiteren Standort für eine Hecke zu entwickeln und anzulegen 
    Herr Drexl referierte über die Möglichkeiten und sprach sich für die Pflanzung von Baumgruppen aus. Er stellte auch die Vorteile einer Hecke dar, die ein positiv verändertes Kleinklima bewirkt und für Niederwild und Vögel  Unterschlupf bietet sowie den Boden vor Erosion schützt. Dennoch ist es ein Aufwand für die Landwirte, Boden für diese Maßnahme abzugeben und die Hecke zusätzlich zu pflegen. Vorschlag von Herrn Drexl: Bauhof sollte in den ersten Jahren die Pflege übernehmen oder die Landwirte finanziell zu bezuschussen. Aus dem Gremium kam der Vorschlag einer Bürgerbeteiligung an den Pflegemaßnahmen. 3 Standorts wurden diskutiert  Für 2021 sollen dafür Gelder in den Haushalt eingestellt werden. Dieser Punkt wurde mehrheitlich positiv verabschiedet.
  3. Gemeindliche Grünflächen nicht mehr zu mulchen
    Maschinelles Abfahren des Grünschnittes ist nicht möglich. Es sind keine technischen Vorkehrungen im Bauhof vorhanden, entsprechende Geräte sind sehr teuer und haben den Nachteil, dass auch Insekten mit dem Grünschnitt abgetragen werden. Alternativ könnten die Flächen mit einem Balkenmäher geschnitten und mit Rechen manuell abgetragen werden.  Lt. Herrn Drexl wäre diese Maßnahme zumutbar. Der Einwand, dass der Grasschnitt vom Straßenbegleitgrün Müll ist und wegen der enthaltenen Abfälle nicht in die Kompostanlage und auch nicht in der Biogasanlage verwertet werden kann, war doch neu. Wenn das Grasgut kostenneutral entsorgt wird, dann stimmen alle für diesen Antragspunkt.
  • Auf gemeindlichen Grünflächen weitere Blühflachen anzulegen
    Zwei Gärtner sind im Markt Kaufering eingestellt worden, diese kümmern sich um die Blühflächen und es wurden bereits 2 neue Projekte genannt.
  • Mäharbeiten an den Straßen- und Wegrändern zeitlich versetzt durch-zuführen; konkret eine Seite der Straße jeweils 4 Wochen später, um den Insekten die Möglichkeit zu geben die Seite zu wechseln.
    Die Flächen werden so spät im Jahr gemäht, dass die Blühpflanzen bereits verblüht sind und es wohl keinen Sinn gibt, hier zeitversetzt die Flächen zu mähen. Dennoch will man diesen Punkt in das neue Pflegekonzept aufnehmen, daher wurde mehrheitlich dafür plädiert, den Punkt nicht in der Ratssitzung zu behandeln.
  • Umbau der gemeindlichen Grünflächen zu ökologisch wertvolleren Flächen beginnend durch nachfolgend dargestellte Maßnahmen:
    – Unterpflanzung in den Grünstreifen der Haidenbucherstraße ab der Kreuzung Albert-Schweitzer-Str. bis zum westlichen Ortsrand mit heimischen, bienenfreundlichen Blühsträuchern
    Anlegen einer Streuobstwiese in der Haidenbucherstraße ist lt. Bebauungsplan möglich, auf anderen Flächen wohl schwierig und ist zu prüfen. Das Thema Pflegemaßnahmen wurden immer wieder als Hinderungsgrund genannt. Man diskutierte eine Pflanzung von heimischen Büschen.
    – Unterpflanzung des Grünstreifens von der Donaustraße bis zur Saalestraße mit heimischen, bienenfreundlichen Blühsträuchern
    Kein näheres Eingehen zu diesem Punkt
    – Streuobstwiese anlegen ab der Hangkante hinter Wörnitzweg bis Saalestraße
    Hinderungsgrund Pflegemaßnahmen. Durch Bäume fehlen freie Flächen u. a. für (fuß-?)ballspielende Kinder, die auf dem Spielplatz keine Möglichkeit haben.
    – Sukzessiver Ersatz der Zierkirschen im Gemeindebereich (z. B. Albert-Schweitzer-Str.; Löhestraße) u. a. durch heimische, bienenfreundliche Bäume
    Ersatz der Zierkirschen in der Alb.-Schweitzer-Straße durch Kirschbäume, die bienenfreundlich sind. Wurde wohl bereits ein Baum nachgepflanzt. Nach Diskussionen empfahl der Ausschuss, den Punkt abzusetzen.
  • Die Gemeinde prüft, ob das prämierte Konzept der Stadt Augsburg zur Grünflächengestaltung für Kaufering umsetzbar ist.
    Lt. Herrn Drexl soll ein Landschaftspflegeverband begründet werden. Die Flächenberatung beim Landratsamt – Unt. Naturschutzbehörde – wird eingeschaltet. Nur im Einzelfall wird externe Beratung von Seiten der Verwaltung angefordert.
  • Die Gemeinde lässt sich durch einen externen Fachberater hinsichtlich des weiteren Umbaus der Flächen beraten.
    Siehe 7.
  • Bei Pächterwechsel: Bei Neuverpachtung gemeindlicher Flächen ökologisch wirtschaftende Betriebe zu bervorzugen. 
    Auch nach intensiver Erläuterung durch Patrick Heißler und Herausstellen der Signalwirkung des Marktes für die Förderung der biologisch bewirtschaftenden Landwirte wurde der Punkt abgelehnt.
  • Einwirken auf andere öffentliche, kirchliche und private Grundstücksbesitzer hier ebenso zu handeln.
    Hierzu soll ein gemeinsames Konzept mit den Bürgern entwickelt werden.

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